Aquarellfarben von Tuben in Näpfchen füllenAllgemeinwissen Aquarellfarben Feature 

welche Aquarellfarben: Näpfchen, Tuben oder Flüssig?

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 Bei der großen Auswahl an Farben, Verkaufsformen und Marken verliert man leicht den Überblick. Hier erfährst du, welche Aquarellfarben für dich geeignet sind und was die Unterschiede sind. Ich gebe eine klare Empfehlung für Beginner ab, aber du erfährst hier alles, was du wissen musst, um selbst zu entscheiden.

Aquarellfarben in Näpfchen

Farben in Näpfchen (auch Pans oder Godets genannt) sind die komfortabelste Variante von Aquarellfarben. Sie lassen sich leicht verstauen und transportieren. In den Metallkästen sind große und kleine Mischpaletten integriert, die sich leicht reinigen und einfach zuklappen lassen. In den Metallkästen ist Platz für 1-3 Pinsel sowie für kleine Tücher, die man immer gebrauchen kann.

Näpfchen sind sehr ergiebig und leicht zu reinigen. Für Anfänger und Profis sind sie eine gute Wahl. Für alle normal großen Aquarelle sind Näpfchen sehr gut geeignet. Sollte man definitiv oft oder ausschließlich im Format 50 x 70 cm oder größer aquarellieren, sind Tuben eine Überlegung wert. Für den Anfang sind sie allerdings doch recht umständlich und teuer in der Anschaffung.

Die zahlreichen Vorteile von Aquarellfarben in Näpfchen sprechen für sich und die Alternativen sind geradezu teuer und umständlich. Näpfchenfarben enthalten mehr Gummiarabikum und weniger Glyzerin, das lässt sie schneller trocknen. Sie sind qualitativ gleichwertig mit den entsprechenden Tuben-Varianten. Ihnen wurde nur bei einem Verdampfungsprozess ein Großteil des enthaltenen Wassers entzogen, sodass kleine feste Pigment-Steinchen entstehen.

Ein Nachteil an Näpfchen-Farben ist, dass ihre Kennzeichnung beim Auspacken der Farben verloren geht. Man sollte seinen Farbkasten also mit Bedacht sortieren und sich eine kleine Palette mit den Namen anlegen. Außerdem sind sie beim Arbeiten Licht und Luft ausgesetzt. So können sie unter Umständen schneller austrocknen. Vor dem Arbeiten empfiehlt es sich, sie mit einigen Tropfen frischen Wassers zu benetzen, damit sich die oberste Schicht Pigmente lösen und man gut damit arbeiten kann.

Aquarellfarben in Tuben

Wer als Anfänger direkt mit Tuben starten möchte, weil er das beispielsweise von Acryl oder Öl schon kennt, kann sich an einer gigantischen Auswahl an Herstellern erfreuen. Im Gegensatz zu Näpfchen sind die Tuben-Farben in der Verarbeitung nicht großartig zu unterscheiden. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Beständigkeit und der Sättigung der Farben. So sind die Marken, die einen Namen zu verlieren haben, tatsächlich farbintensiver als diverse „Ein-Euro-Shop-Marken“.

Eine beliebte Marke im Mittelklasse-Tuben-Bereich ist Reeves Aquarell (24 Tuben im Set ohne Zubehör)*. Die Farbintensität lässt allerdings zu Wünschen übrig. Mit diesen Tuben kann man sich kein generelles Bild zum Arbeiten mit Aquarell-Tuben machen. Für einen Preis von etwa 18 EUR für 24 Tuben kann man allerdings auch keine Spitzenqualität erwarten, wenn man mit Tubenpreisen von 5 – 6 EUR pro Tube anderer Hersteller vergleicht.

Die Farben in Tuben enthalten mehr Feuchthaltemittel als Näpfchen-Farben. Die Konsistenz der Farben ist cremig. Durch die Feuchthaltemittel trocknen die Farben beim Arbeiten weniger schnell, was ebenfalls das Arbeiten auf großen Formaten begünstigt. Sie lassen sich leicht in größeren Mengen mischen, ohne viel Wasser hinzugeben zu müssen.

Ein Nachteil am Arbeiten mit Tuben ist, dass man leicht zu viel Farbe auf die Palette gibt und so einen größeren Verbrauch an nicht genutzten Pigmenten hat. Um der Verschwendung Einhalt zu gebieten, kann man sich die Tubenfarben auch in saubere Näpfchen* füllen. Saubere Näpfchen kann man in kleinen Sets für wenig Geld erstehen und eignen sich auch hervorragend, wenn man sich größere Mengen eines Farbtones abmischen möchte. Diese Näpfchen kann man sich dann wiederum in einen Kasten setzen.

Flüssige Aquarellfarben

Flüssige Aquarellfarben werden hauptsächlich von Illustratoren verwendet. Sie eignen sich gut für große homogene Flächen, da sie gebrauchsfertig angemischt sind. Zur Aufhellung gibt man einige Tropfen Wasser hinzu. Wichtig ist hier, dass man entweder penibel auf saubere und trockne Pinsel achtet, oder sie vor dem Arbeiten in kleine Gefäße mit geringem Fassungsvermögen umfüllt. Ist ein Glas mit flüssiger Aquarellfarbe einmal verschmutzt, kann man es nur noch entsorgen, oder mit dem verunreinigten Farbton leben. Für gewöhnlich investiert man bei flüssigen Aquarellfarben in einen großen Bestand verschiedenster Farben, da das Mischen von Tönen immer einen Verlust an Farbe bedeutet.

Farbnuancen, die gemischt werden müssen, verbrauchen bei der Herstellung oft viel Farbe, die anschließend nicht mehr gebraucht werden kann. So ist der Verbrauch bei Mischtönen unverhältnismäßig hoch.

Da musst du beim Arbeiten, Mischen und Aufbewahren durchaus sehr vorsichtig sein. Aber für das ganz besondere Mal-Erlebnis kann sich der Aufwand durchaus sehr lohnen.

Meine Empfehlung

Meine persönliche Empfehlung beim Kauf von Aquarellfarben ist folgender: Zunächst hat man ein normales 12er oder 24er Set. Schöpft man die Farbpalette nach 1-3 Jahren intensiver Nutzung aus, organisiert man sich nach und nach langsam weitere Farben, die man sich bis dahin sehr oft zusammen gemischt hat. Wenn möglich, startet man mit 12 Farben in einem 24er Kasten*. Da hat man direkt 12 weitere Plätze für Farben frei. Alternativ organisiert man sich für den schmalen Taler einen größeren Leerkasten.

Vorausschauende Ausstattung für angehende Profis

Weiß man, dass man definitiv am Ball bleibt (beispielsweise weil man ein gut überlegtes Studium beendet und schon erste Aufträge hat), kann man beim Umstieg auf Aquarell wie folgt vorgehen.

Anfangs beginnt man mit 12 oder 24 Farben im 24er Kasten. Anschließend steigt man mit seinen Farben in einen 48er Leerkasten* um. Die gibt es in schick mit Markenemblem von Schmincke* oder in schlicht schwarz für den schmalen Taler*. Die folgenden Farben holt man sich anschließend zum Test erst einmal im halben Näpfchen.

Und wenn die Näpfchen dann leer sind, weiß man garantiert, welche Aquarellfarben man definitiv oft braucht. Dann holt man sich die entsprechenden Farben als Tube. Die kostet zwar in der Anschaffung erst einmal mehr, dafür kann man ein halbes Näpfchen mindestens 5 mal mit einer kleinen Tube füllen.

Welche Aquarellfarben man also nimmt, hat auch viel mit dem eigenen Geschmack zu tun. Tubenfarben haben bei großformatigen Bildern eindeutige Vorteile, dafür hat man bei Näpfchenfarben immer seine gesamte Farbpalette vor Augen.

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One Thought to “welche Aquarellfarben: Näpfchen, Tuben oder Flüssig?”

  1. […] ich probiere auch sehr gerne immer mal wieder neue Hersteller aus und kann sagen, dass man auch mit Schmincke Akademie Aquarell gute Ergebnisse erzielt. Die […]

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